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Wissenswertes

Unterschiede und Merkmale:
Qualitätsmerkmale beim akustischen Instrument

Jedes Bauteil ist variabel:
geänderte Maße, Materialen und Verarbeitungsprozesse liefern ein anderes Ergebnis

Raste

Das "Grundgerüst" jedes Instrumentes, um die immensen Saitenzugkräfte sowie den Resonanzboden und Gussplatte zu stützen. Die Dimensionen und Anordnung der Balken sind ein wesentlicher Baustein für die Stabilität.

Gussplatte

Hier werden die Saiten eingespannt. Insgesamt ca. 18-20 T Zugkraft wirken durch die Saiten auf die gegossene Eisengussplatte ein. Die Gussplatte ist mit der Raste verschraubt. Allein die Raste und Gussplatte machen ca. 2/3tel des Gesamtgewichts eines Instrumentes aus.

Besaitung

Ungefähr 220 einzelne Stahlsaiten werden im Instrument eingespannt. Mit ca. 0,8 - 6,5mm Durchmesser und jeweils 60-100kg Zugkraft. Basssaiten haben eine zusätzliche Kupferumspinnung um tiefere Frequenzen zu erzeugen. Unterschiedlicher Stahl macht sich auch im Klang bemerkbar.

Stege

Sie übertragen die Saitenschwingung auf den Resonanzboden. Unscheinbar, aber sehr klangbeeinflussend. Holzart, Breite, Höhe, massiv oder mehrschichtig, ... je nach Konstruktion ein anderes Ergebnis.

Resonanzboden

Das "Herzstück" der Klaviere und Flügel. Hier wird die Vibration der Saite zum hörbaren Klang verstärkt. Die Rippen auf der Unterseite sorgen für eine stabilere Wölbung (Spannung) des Bodens, damit der Klang lange anhält. Je nachdem wie die Wölbung des Bodens erreicht wird und welches Holz verwendet wird, hat das auch klangliche Auswirkungen.

Hammerkopf

Die Dynamik (Spektrum zwischen leise und laut) sowie der Klangcharakter (weich oder hart) ist mitunter über den Hammerkopf steuerbar.
Je nach Pressung des Filzes, Spannung im Filz, Filzart und Holzmaterial für den Kern ergibt sich ein anderes Klangergebnis. Zusätzlich wird der Filz in Handarbeit mit Elastizität oder Steifigkeit versehen um ein bestimmtes Klangergebnis zu erzeugen.

Mechanik

Aus ca. 5.000 (Klavier) bis 7.500 (Flügel) Einzelteilen entsteht in Handarbeit ein äußerst sensibler und doch extrem präziser Feinmechanismus. Hier wird das eigentliche Spielgefühl eingestellt. Jede Änderung einer Einstellung beeinflusst dabei wiederum andere Einstellungen und Abläufe. 
Als Klavierspieler spürt man tatsächlich, dass sich die Hersteller in der Spielweise der Mechaniken unterscheiden.

Lackierung

Spiegelglatt, mit Tiefenwirkung, stoß- und kratzfest... das schafft der Polyesterlack. Er ist, was Glanz und Beständigkeit angeht, der beste und hochwertigste Lack der am Markt zu finden ist. Aber auch der aufwändigste in der Verarbeitung. Durch mehrmaliges anschleifen, überlackieren und final auf Hochglanz polieren erhält man schließlich diesen schwarzen Spiegel.

Was sollte man von einem guten Instrument erwarten können? 

Schöner Klang, gutes Spielgefühl, edle Optik - eigentlich ganz einfach.

Nur durch stetige Entwicklungs- und Forschungsarbeit (über Jahrhunderte), sind die renommierten Hersteller heute in der glücklichen Lage, einzigartige Instrumente zu bauen.
Denn jedes Bauteil hat seinen eigenen entscheidenden Einfluß auf das Gesamtwerk.
Das vorherrschende Material im Klavier ist Holz.
Ein höchst variabler Naturwerkstoff mit unterschiedlichsten Eigenschaften bezüglich der Schalleitfähigkeit, Stabilität, Schwingungsverhalten, Steifigkeit, Quell- und Schwindverhalten, Bearbeitbarkeit etc.
Manche Hölzer sind sehr weich und flexibel, andere extrem hart und spröde. Und wie verhält es sich wenn man es unter Spannung setzt oder trocknet? In welcher Richtung der Maserung hat es seine höchste Stabilität und wo bricht es am ehesten?

z.B. spielt die Konstruktion von Raste und Resonanzboden und die Auswahl des Fichtenholz eine entscheidende Rolle für die Klangqualität des Instrumentes.
Fichte aus deutschem Gebirge ist anders als Alaska-Fichte oder italienische Fichte. Die Hölzer wachsen unter anderen Bedingungen und haben somit andere (Klang-)Eigenschaften.

In Deutschland liegen die Ursprünge des Klavierbaus. Von einst ca. 1.000 Herstellern hat sich bis heute ca. ein Dutzend halten können. Diese bauen nach wie vor in höchster Qualität und bester Manier klangvolle Instrumente in Deutschland. Inzwischen sind einige Hersteller auch Symbiosen mit asiatischen Herstellern eingegangen.
Warum kopiert man in China oder Korea nicht einfach ein Premium-Instrument und baut es mit günstigeren Materialien nach? >> Es würde niemals so klingen und sich so anfühlen wie das echte.

Bei den bekannten Premium-Herstellern finden Sie heutzutage nicht nur die hochpreisigen Instrumente. Sogar recht günstige kann man bei den "unbezahlbaren" Marken erwerben, die nur 1/3tel oder halb so teuer sind wie die Originale. Diese werden dann in Europa (z.B. Polen, Tschechien) oder Asien (z.B. Korea, China, Indonesien) gefertigt.
Vorsicht aber bei deutschklingenden Fantasie-Namen. Denn solche haben mit der hochwertigen Qualitätsarbeit des Namensgebers nicht mehr viel zu tun.
Schimmel geht deswegen inzwischen einen etwas anderen Weg.
In einer eigenen Fabrik in Polen werden Konstruktionen UND Materialien aus Braunschweig für die "Wilhelm Schimmel"-Instrumente verwendet. "Fridolin Schimmel"-Instrumente werden in China gebaut, mit der eigenen Konstruktion und dem Know-How, sowie der Qualitätsauswahl einiger Materialien durch Schimmel. Die im Ausland gefertigten Instrumente werden dazu in Braunschweig von den Fachleuten nochmal nachgearbeitet. Das garantiert Ihnen als Käufer ein wirklich anständiges Instrument.
Der Hersteller Schimmel gehört inzwischen zum chinesischen Staatskonzern Pearl River, dem größten und modernsten Hersteller der Welt. Eine derartige Symbiose bringt eine deutlich höhere Wertigkeit zustande, als es manch anderer Premiumhersteller im günstigen Segment alleine schaffen würde.

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